16.09.2026

Tarifabschluss im baden-württembergischen Einzelhandel: Schmerzhafter Kompromiss für Handelsunternehmen

Nach zähen Verhandlungen haben sich die Tarifpartner auf einen neuen Tarifabschluss für die Beschäftigten im baden-württembergischen Einzelhandel verständigt.

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 25 Monaten. Die Löhne und Gehälter steigen zum 1. Juli 2026 um 3,0 Prozent und zum 1. April 2027 um weitere 2,0 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen werden jeweils zum 1. September in beiden Jahren angepasst. In den unteren Entgeltgruppen kommt es aufgrund des gesetzlichen Mindestlohns und vereinbarter Untergrenzen teilweise zu stärkeren Anhebungen.
„Dieser Tarifabschluss ist für viele Händlerinnen und Händler ein herausfordernder und schmerzhafter Kompromiss“, bewertet Dr. Philip Merten, Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite, das Ergebnis. „Der Einzelhandel steht weiterhin unter erheblichem Kostendruck. Steigende Personal-, Energie- und Logistikkosten treffen auf eine angespannte wirtschaftliche Situation und eine hohe Preissensibilität der Verbraucherinnen und Verbraucher. Die zusätzlichen Belastungen aus dem Tarifabschluss müssen von den Unternehmen erst einmal erwirtschaftet werden“, so Merten weiter.
Gleichzeitig schaffe der Abschluss eine wichtige Grundlage für die kommenden Monate. „Wir sind deshalb froh, mit einer Laufzeit von 25 Monaten nun Planungssicherheit für die Unternehmen und ihre Beschäftigten geschaffen zu haben. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist diese Verlässlichkeit wichtig“, erklärt Merten.
Jetzt braucht der Handel Entlastung
„Die Unternehmen brauchen jetzt an anderer Stelle dringend Entlastung. Wenn die Kosten steigen, darf die Politik nicht gleichzeitig immer neue Belastungen und bürokratische Vorgaben schaffen“, sagt Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg. „Der Tarifabschluss zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen zu stärken. Wir erwarten deshalb von der Politik konkrete Schritte für weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungsverfahren und bessere Rahmenbedingungen für den Handel. Der angekündigte Bürokratieabbau muss jetzt schnell und spürbar bei den Unternehmen ankommen.“
„Unsere Händlerinnen und Händler stehen zu ihrer Verantwortung als Arbeitgeber und bieten ihren Beschäftigten attraktive und verlässliche Arbeitsplätze. Damit das auch künftig möglich bleibt, müssen die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Auf einen schmerzhaften Tarifabschluss dürfen nicht noch weitere Belastungen von staatlicher Seite folgen“, so Hagmann.
Info für die Medien: Nach Verhandlungsschluss stehen Ihnen der Vorsitzende der Tarifkommission, Dr. Philip Merten, Telefon 0151 55121940 sowie die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands, Sabine Hagmann, Telefon 0163 7486420, für Auskünfte und O-Töne zur Verfügung.

 

Bildnachweis: KI generiert

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