14.05.2024

Höhere Gewerbe- und Grundsteuersätze kommen für den Einzelhandel zur Unzeit

 Die Umfrage des Steuerzahlerbundes, nach der 16 Prozent der Städte im Land mit mindestens 20.000 Einwohnern höhere Realsteuersätze für das laufende Jahr beschlossen haben, nimmt der baden-württembergische Einzelhandel mit Sorge wahr. Bei allem Verständnis, dass der Einzelhandel für die großen Aufgaben und finanziellen Belastungen der Kommunen hat, können Steuererhöhungen auf Kosten des ohnehin bereits stark belasteten Handels nicht die Lösung sein.

„Die höheren Gewerbe- und Grundsteuersätze in zahlreichen Kommunen kommen für den Einzelhandel zur Unzeit. Auf der einen Seite stehen unsere Händlerinnen und Händler vor entscheidenden Weichenstellungen für die Zukunft, die große Investitionen notwendig machen. Auf der anderen Seite klafft bei vielen Kaufleuten in der Folge der zahlreichen Krisen der vergangenen Jahre nach wie vor ein finanzielles Loch. Steuererhöhungen führen also dazu, dass Investitionen nicht getätigt werden können. Dies geht nicht nur zu Lasten der einzelnen Händlerinnen und Händler, die um ihre Wettbewerbsfähigkeit und daraus resultierend auch um ihre Zukunft fürchten müssen, sondern in der Konsequenz auch zu Lasten unserer Innenstädte. Viele Innenstädte stehen gerade am Scheideweg. Müssen weitere Handelsgeschäfte aufgrund immer höherer finanzieller Belastungen schließen, so überschreiten gerade diese Städte den kritischen Punkt, an dem ihre Innenstädte ihre Attraktivität komplett verlieren. Eine tote Innenstadt wiederzubeleben ist dann nur noch schwer möglich, da Kundinnen und Kunden nachhaltig abgewandert sind. Deshalb appellieren wir an die Kommunen, an dieser Stelle mit Bedacht vorzugehen und den lokalen Handel finanziell nicht zu überfordern “, sagte Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg (HBW). 

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